Sozial hoch 3
Hilfe für Familien
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Einblicke in die pädagogische Praxis vom betreutem Einzelwohnen Oberhavel

Wie junge Menschen im BEW begleitet werden 

Die Arbeit im Betreuten Einzelwohnen erfordert besondere pädagogische Kompetenzen und einen feinfühligen Blick für die individuellen Bedürfnisse junger Menschen. Bei Sozial hoch 3 steht dabei die Beziehungsarbeit im Mittelpunkt. 

Vertrauen aufbauen – die Grundlage der Arbeit 

„Die größte Herausforderung besteht immer darin das Vertrauen der jungen Menschen zu gewinnen und herauszufinden, welche Art der Unterstützung die Passendste zu sein scheint. Manchmal kann es auch einfach sein, dass die Chemie zwischen Betreuungsperson und dem
jungen Menschen nicht stimmt. Das ist in Ordnung und darf man nicht persönlich nehmen, ist aber nicht immer leicht und muss auch erstmal erkannt werden.“
Ricarda, BEW Sozial hoch 3

Die Betreuungsarbeit beginnt mit dem Aufbau einer tragfähigen Beziehung. Dies braucht Zeit, Geduld und die Bereitschaft, sich auf unterschiedliche Persönlichkeiten einzulassen. Nicht immer stimmt die „Chemie“ zwischen Betreuungsperson und Jugendlichen sofort – das Team bei Sozial hoch 3 geht offen damit um und sucht bei Bedarf nach passenden Lösungen. 

Entwicklungen, die die Arbeit sinnstiftend machen 

Die Arbeit im BEW ist geprägt von besonderen Momenten, die zeigen, welche Entwicklungen möglich sind, wenn junge Menschen die richtige Unterstützung erhalten. 

Kleine und große Erfolge 

„Wie immer in der Jugendhilfe ist es schön, dabei zusehen zu dürfen, wie die jungen Menschen wachsen und sich weiterentwickeln. Es gibt viele Momente die rühren, beispielsweise wenn jemand lernt für sich einzustehen, wenn man Vertrauen gewinnt, Momente der Leichtigkeit teilt, wenn man besondere Erlebnisse gemeinsam kreieren und umsetzen kann. […] Auch schön ist, wenn ehemalige Bewohner sich melden oder zu Besuch kommen.“
Ricarda, BEW Sozial hoch 3

Diese Momente zeigen, warum die Arbeit in der Jugendhilfe so wertvoll ist: Es geht nicht nur um praktische Fähigkeiten, sondern um persönliche Entwicklung, Vertrauensbildung und gemeinsame Erlebnisse, die prägen. 

Wenn Geduld sich auszahlt 

Nicht immer verläuft die Entwicklung gradlinig. Manche jungen Menschen brauchen eine längere Anlaufzeit, um im BEW anzukommen und ihren Weg zu finden. 

„Es ist schön zu sehen, wenn jemand nicht aufgibt und sich nicht unterkriegen lässt, beispielhaft wenn es einer längeren Anlaufzeit benötigt, um nicht nur im BEW anzukommen, sondern auch um für sich seinen Weg und Platz im Leben zu finden. Die daraus resultierende Stärke berührt, denn es bestärkt darin, die Arbeit beim BEW kontinuierlich fortzusetzen und weiterhin einen langen Atem zu haben. Geduld zahlt sich oftmals aus, diese Erfahrungen haben wir beim BEW sammeln dürfen.“
Tim, BEW Sozial hoch 3

Diese Erfahrung prägt die Haltung des Teams: Geduld zahlt sich aus. Mit kontinuierlicher Begleitung, Geduld und Vertrauen können auch schwierige Situationen gemeistert werden – eine Erkenntnis, die die Arbeit bei Sozial hoch 3 auszeichnet. 

Gemeinschaft als Ressource 

Auch wenn die jungen Menschen eigenständig wohnen, wird Gemeinschaft bei Sozial hoch 3 großgeschrieben. Das Team organisiert regelmäßig Angebote, die Begegnung ermöglichen: 

  • Monatliche BEW-Treffen mit allen Bewohner:innen 
  • Gemeinsame Aktivitäten und Ausflüge 
  • Ferienfahrten 
  • Gemeinsame Feiern 

„Mit verschiedenen Aktivitäten und Angeboten, Ferienfahrten, als auch unserem monatlichen BEW-Treffen mit allen Jugendlichen, sind wir bemüht darum, Gemeinschaftsmomente und positive Beziehungen unter unseren Jugendlichen zu fördern. Wir erkennen eine große Qualität darin, wenn die Jugendlichen gerne Zeit miteinander verbringen, sich gegenseitig als weitere Stütze oder gar Freunde sehen.“
Ricarda, BEW Sozial hoch 3

Gleichzeitig wird respektiert, dass nicht alle diese Angebote nutzen möchten – manche Jugendliche ziehen es vor, lieber für sich zu sein. Diese Balance zwischen Gemeinschaftsangeboten und individueller Freiheit spiegelt die pädagogische Haltung wider. 

Die Vision: Selbstwirksamkeit stärken 

Bei aller pädagogischen Arbeit geht es letztlich um mehr als praktische Fähigkeiten. Das Team bei Sozial hoch 3 möchte jungen Menschen vermitteln, dass sie wertvoll sind und ihr Leben selbst gestalten können. 

„Ich wünsche mir für die Jugendlichen, dass sie davon profitieren, die ersten Schritte der Verselbstständigung in unserer Begleitung gegangen zu sein. Es wäre wünschenswert, wenn sie unter anderem durch unsere Bestärkung erfahren haben, wie viel Power und Selbstwirksamkeit in Ihnen steckt, dass sie wichtig, respektabel, ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft sind und die ganzen Belastungen und Schwierigkeiten, die mit dem Aufwachsen in der Jugendhilfe einhergehen, auch zu einer Superkraft an Kompetenzen im späteren Leben werden können.“
Ricarda, BEW Sozial hoch 3

Die Belastungen und Schwierigkeiten, die mit dem Aufwachsen in der Jugendhilfe einhergehen, können zu besonderen Kompetenzen und Stärken für das spätere Leben werden. Mit der richtigen Begleitung, die auf Vertrauen, Geduld und echter Wertschätzung basiert, werden aus Herausforderungen Ressourcen. 

Diese Haltung prägt die Arbeit bei Sozial hoch 3 – eine Arbeit, die Geduld erfordert, die berührt und die täglich zeigt, wie wertvoll professionelle Beziehungsarbeit in der Jugendhilfe ist.